Narbenkorrektur
Diagnose und Indikation
Narben bestehen aus unspezifischem, minderwertigem Bindegewebe, das im Idealfall wenig auffallen sollte. Zuweilen jedoch entstehen nach Entzündungen, Verletzungen oder Operationen auffällige Narben, die deutlich sichtbare und störende Veränderungen zeigen. Wir unterscheiden diese von Narben, die sich nach anfänglicher zarter Rötung und stärkerer Festigkeit nach und nach in flache, blasse und unauffällige Narben verwandeln. Wenn eine Narbe als Folge einer anlagebedingten Bindegewebsschwäche unter das Niveau der umgebenden Haut einsinkt, dann sprechen wir von einer hypotrophen Narbe. Das Gegenteil ist bei einer hypertrophen Narbe der Fall: dort zeigt sich ein vermehrtes Dickenwachstum, die Narbe ist gerötet, fest oder sogar hart und oft mit quälendem Juckreiz verbunden. Wenn sich eine Narbe über ihre natürlichen Grenzen hinaus ausdehnt und ein tumorähnliches Wachstum zeigt, sprechen wir von einem Keloid. Es gibt Patienten, die zu solchen Keloid-Narben neigen.
Der Zeitraum, in dem eine Narbe ausheilt, kann unter Umständen bis zu zwei Jahre betragen. Vor einer geplanten Narbenkorrektur sollten Patienten auf jeden Fall die Abheilung der Narbe abgewartet haben. Für die Behandlung der Narbe ist ihr Zustand entscheidend. Zunächst bieten sich konservative Maßnahmen zur Narbenbehandlung an:
- Peelings (regen die Regeneration an, für kleinere Narben geeignet).
- Unterspritzung mit Eigenfett (Zur Anhebung eingesunkener Narben. Nachteil: Abbau des Eigenfetts durch den Körper).
- Unterspritzung mit Kollagen oder Hyaluronsäure.
- Kortisoninjektionen (zur Einebnung besonders von Akne- und Keloidnarben).
- Dermabrasion (Abschleifen von großflächigen oder scharfrandigen Narben, wie Akne- oder Verletzungsnarben).
- Lasertechnik (zur Einebnung besonders von Akne- und Keloidnarben, zur Entfernung von Verfärbungen).
Reichen diese nicht aus, stehen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen verschiedene operative Methoden der Narbenbehandlung zur Verfügung (dazu: OP-Methoden):
- Plastiken (Schwenkung oder Verschiebung von Haut zur Defektdeckung).
- Transplantationen (Entnahme und Versetzung von Hautlappen).
