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Internet als (Fehl-?) Informationsquelle

Hamburg, 30. November 2007: Informationsquelle Internet: für die Ästhetisch- Plastische Chirurgie zuweilen Segen, zuweilen aber auch Fluch. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) stellt Chancen und Risiken des Internets für Ärzte und Patienten in der so genannten Schönheitschirurgie heraus.

„Noch vor zehn Jahren kamen die meisten Patienten mit sehr geringem Vorwissen in das ärztliche Beratungsgespräch. Heute verfügen sie mitunter über sehr viele Informationen, häufig jedoch wecken diese falsche Erwartungshaltungen.“ DGÄPC-Präsident Dr. Joachim Graf von Finckenstein steht dem Internet mit gemischten Gefühlen gegenüber. Nach seinem Empfinden hat die Menge der Patienten, die mit falschen, oft plakativen Erwartungen in die Beratung kommen, stark zugenommen. „Plötzlich ist es nicht mehr primäre Aufgabe des beratenden Plastischen Chirurgen, Möglichkeiten aufzuzeigen. Manchmal komme ich mir so vor, als würde ich dazu genötigt, eine im Internet phantastisch klingende Methode bei dem Patienten anzuwenden. Da muss ich die Vorstellungen zunächst zurechtrücken, Grenzen setzen und erklären, dass nicht jede Methode für jeden Patienten gleichwertig ist. Ganz zu schweigen von neuen Methoden, bei denen noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen!”

Als „offenes“ Medium ermöglicht das Internet dem Patienten, einen unseriösen Arzt in Foren und Chats öffentlich anzuklagen. Für den Patientenschutz bringt das Vorteile, eine „natürliche Auslese“ findet statt. „Doch nicht immer bedeutet die Unzufriedenheit eines Patienten, dass der Operateur tatsächlich unsauber gearbeitet hat“, schränkt von Finckenstein ein. „Manchmal stellen die überhöhten Erwartungen die Ursache für die Unzufriedenheit dar, die der Plastische Chirurg im Beratungsgespräch nicht ausreichend bewertet hat oder die der Patient nicht ausreichend wahrgenommen hat. So stehen Ärzte zuweilen ungerechtfertigt am Pranger.“

Von Finckenstein kommt auch auf den Missbrauch des Internets zu sprechen: „Jeder kann sich unter falschem Namen in Foren einbringen. Zum einen bedeutet das für unseriöse Ärzte die Möglichkeit, die eigenen Leistungen zu loben. Andererseits können sie konkurrierende Chirurgen ungerechtfertigt anschwärzen.“

So bekommt das Schlagwort vom „mündigen Patienten“ einen bitteren Beigeschmack. Dennoch begrüßt die DGÄPC die Möglichkeit für Patienten, sich auf eigenem, schnell zugänglichen Weg Informationen zu beschaffen und so nicht gänzlich dem Wohlwollen des beratenden Schönheitschirurgen ausgeliefert zu sein. Von Finckenstein: „Insbesondere im Internetangebot der Fachverbände finden Patienten seriöse Informationen rund um den Fachbereich – beispielsweise unter www.dgaepc.de. Aber bitte glauben Sie nicht jeder Anzeige eines neuen Verfahrens, hinter der manchmal die Industrie steckt, die ihr Produkt an den Mann bringen möchte.“

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Pressekontakt:

Bianca Sablowsky
DGÄPC Pressestelle
030 / 88 71 02 - 27
bianca.sablowsky@dgaepc.de