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„Zeit für eine Standortbestimmung“

DGÄPC-Vorstandsmitglied Dr. Regina Wagner zum Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Chirurgen

Den Austausch unter Frauen genauso wie ihre Stärken fördern – mit diesem Ziel haben sich im September sechs Plastische Chirurginnen in der Berliner Schlossparkklinik zum 1. Gesprächskreis Ästhetisch-Plastischer Chirurginnen zusammen gefunden. Mit dabei: Dr. Regina M. Wagner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).

Frau Dr. Wagner, was sind die Motive für die Gründung des Gesprächskreises?

„Die ästhetische Medizin gerät vor dem Hintergrund einer sich zunehmend heterogen entwickelnden Bedürfnisstruktur der Patienten immer stärker ins öffentliche Interesse. Um diesen dynamischen Anforderungen zu begegnen, ist es erforderlich, sich mit unterschiedlichen Zugängen auseinanderzusetzen. Das ist einer der Gründe für das Zustandekommen des Gesprächskreises. Die ästhetische Medizin durchläuft zurzeit eine fulminante Entwicklung. Neue Techniken und Methoden werden auf höchstem wissenschaftlichen Niveau entwickelt. Der Gesprächskreis setzt sich kritisch mit Maßnahmen und Angeboten auseinander.“

Glauben Sie, dass Frauen die besseren Chirurgen sind?

Es geht nicht um qualitativ besser oder schlechter. Weibliche und männliche Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie operieren auf gleich hohem fachärztlichen Standard. Allerdings unterscheiden sich weibliche und männliche Ärzte in ihrem Therapieverhalten. Zu diesem Ergebnis kommt übrigens auch eine 2006 durchgeführte Studie der Universität Witten/ Herdecke. Ärztinnen nehmen sich mehr Zeit für den einzelnen Patienten und zeigen mehr Empathie als männliche Ärzte; Frauen fühlen sich stärker in Menschen ein. Eigene Vorteile, etwa wirtschaftlicher Art, besitzen für Frauen eine niedrigere Priorität. Der Gesprächskreis will sich dieser Erkenntnis stellen, um daraus Chancen und Konzepte zu entwickeln. Um diesem Ansatz nachzugehen, ist es erforderlich, Unterschiede zu erfassen und sie transparent zu machen. Hieraus kann sich dann eine Individualisierung des Beratungs- und Behandlungsangebotes ergeben.

Dennoch ist es Zeit für eine Standortbestimmung. Es gilt, die geschlechtsspezifisch unter-schiedlichen Zugangsweisen zur Problembehebung herauszuarbeiten und für die Patienten transparent zu machen. Studien stellen fest, dass einige Frauen sich ausschließlich von weiblichen Ärzten behandeln lassen. Dieser Trend ist auch in der ästhetischen Medizin zu verzeichnen. Das erfordert eine Neuorientierung. Wir Fachärztinnen wollen diesen Ansprüchen gerecht werden, indem wir uns sowohl auf hohem wissenschaftlichen Niveau, aber natürlich auch von Frau zu Frau austauschen.

Wie sieht die Zukunft des Arbeitskreises aus?

„Wie möchten Ressourcen und Potenziale erschließen, um einen Dialog untereinander einzuleiten. Nur die Bereitschaft zum miteinander und voneinander Lernen ermöglicht innovative Medizin. Im nächsten Jahr wollen wir uns wieder treffen, dann schon in größerer Runde. Langfristig soll daraus ein Verein werden, für konkrete Aussagen ist es aber noch zu früh.“

Pressekontakt:

Bianca Sablowsky
DGÄPC Pressestelle
030 / 88 71 02 - 27
bianca.sablowsky@dgaepc.de