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"Patienten wollen Qualität" - Fachärzte sind gefragt
36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC)
Düsseldorf, 2. Dezember: Am 28. November um 11.00 Uhr erwartete die DGÄPC interessierte Journalisten zu ihrer Jahrespressekonferenz. Im Zentrum stand die aktuelle Auswertung der großen DGÄPC-Patientenbefragung 2008 zur Einstellung gegenüber Ästhetisch-Plastischen Chirurgen und zur Alterstruktur von Patienten. Weiteren Schwerpunkt stellte der Anstieg des schwierigsten und sensibelsten ästhetischen Eingriffs dar: die Nasenkorrektur.
Experten der DGÄPC beantworten im Düsseldorfer Hotel Intercontinental alle fachbezogenen Fragen und erläutern unter Anderem folgende Fakten:
18- bis 30-jährige lassen die meisten ästhetisch-plastischen Eingriffe vornehmen
Scheinbar auf dem Höhepunkt ihrer Jugend und Ausstrahlungskraft, lassen junge Menschen mit Abstand am häufigsten ästhetische Korrekturen vornehmen. Laut aktueller DGÄPCPatientenumfrage befinden sich im Jahr 2008 über 34 Prozent der Befragten zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr. „Schönheitsoperationen bei jungen Menschen sind kein plötzlicher Trend“, kommentiert DGÄPC-Präsident Dr. Joachim Graf von Finckenstein. Wo Medien einen Operationswahn interpretieren, sieht die DGÄPC als Ursache für diese Altersverteilung vor allem die gesteigerte Akzeptanz von Ästhetisch-Plastischen Eingriffen unter jüngeren
Menschen. „Für Ältere sind Schönheitsoperationen ein Tabuthema“, so von Finckenstein. Auch die Art der Eingriffe unterscheidet sich in den unterschiedlichen Altersabschnitten: jüngere Menschen lassen häufiger altersunabhängige Operationen wie Nasenkorrekturen, Brustharmonisierungen und Body-Contouring vornehmen. Altersbedingte Erscheinungen wie Falten, Tränensäcke und Schlupflider werden naturgemäß erst in späteren Jahren ein ästhetisches Thema. Bei den 40- bis 50-jährigen verzeichnet die Umfrage daher wieder einen leichten Anstieg der Patientenzahlen. „Ältere lassen sich nicht die Nasen korrigieren. Facelifts
kommen für 25-jährige nicht in Frage“, erklärt von Finckenstein die Auswertungsergebnisse. Daher bezieht sich die hohe Zahl der jungen Patienten vor allem auf ein gesellschaftliches Phänomen: Wer jünger ist, geht mit ästhetischen Operationen anders um, als die älteren Patientengenerationen.
Facharztausbildung entscheidend für Arztwahl
Auf die Frage nach dem entscheidenden Kriterium für die Wahl des Ästhetisch-Plastischen Chirurgen gaben Patienten in der aktuellen DGÄPC-Befragung mit 30 Prozent am häufigsten den Facharzttitel an. Der Facharzttitel für Plastische beziehungsweise Plastische und Ästhetische Chirurgie wird an Ärzte vergeben, die sich auf das Gebiet der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie spezialisiert haben. So bleibt gewährleistet, dass der Patient von einem Arzt behandelt wird, der die entsprechende Ausbildung für seine Tätigkeit erhalten hat. „Weiterbildung ersetzt nicht den Facharzttitel“, kommentiert DGÄPC-Präsident Dr. Joachim Graf von
Finckenstein. Denn während seiner sechsjährigen Facharztausbildung erlernt der Plastische Chirurg alle Eingriffe von der Nasenkorrektur über die Bauchdeckenplastik und Brustrekonstruktion bis hin zu handchirurgischen Operationen. Als Fachgesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie regt die DGÄPC an, strengere Kriterien als bisher für die Ausübung der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie festzusetzen. Denn trotz breit gestreuter Aufklärungsmaßnahmen ließen sich zu viele Patienten von Ärzten behandeln, die sich nicht auf das Gebiet der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie spezialisiert haben. Dies führe zu einem maßgeblichen Qualitätsverlust bei der chirurgischen Ausführung. Nach Umfrage der DGÄPC stellt von Finckenstein fest: „Patienten wollen Qualität.“
Nasen-OP auf Platz 1
In den USA liegt die Nasenkorrektur auf Platz 1 der ästhetischen Eingriffe. Auch in Deutschland gehören sie neben Brustoperationen und Fettabsaugungen zu den häufigsten Korrekturen. Patienten wünschen sich eine Nase, die nicht nur funktioniert, sondern auch schön aussieht. DGÄPC-Mitglied Dr. Jan Restel, Facharzt für Plastische Chirurgie und Leiter der Praxisklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Düsseldorf, weiß: „Die Nase macht den Menschen aus.“ Denn Größe, Form und Proportionen werden häufig mit bestimmten Charaktereigenschaften assoziiert. „Viele Menschen leiden darunter, dass Andere von ihrer Nase auf ihren Charakter schließen. So stehen Adlernasen landläufig für Bosheit, spitze Langnasen für Gerissenheit“, berichtet Restel aus seiner Praxis. Daher wächst der Wunsch nach ästhetischen Nasenoperationen. Im Vordergrund der Korrektur steht natürliches Aussehen: „Hollywood-Näschen wünschen sich Patienten selten“, weiß der Plastische Chirurg. Fast alle Patienten möchten eine kleinere, schmalere Nase mit feiner Nasenspitze, die sich harmonisch in das gesamte Körperbild einfügt. Doch gute Ergebnisse verlangen hohe Fachkompetenz vom Ästhetisch-Plastischen Chirurgen: „Die Nasenoperation ist unsere Königsdisziplin“,
bestätigt Restel. Denn das chirurgische Können des Facharztes spielt eine genauso entscheidende Rolle wie sein ästhetisches Empfinden, gepaart mit intensiver Erfahrung. Außerdem kommen psychologische Aspekte der eigenen Körperwahrnehmung von Patienten zum Tragen, auf die der Plastische Chirurg ebenso eingehen muss. „Schöne Nasen brauchen Feeling und Know-How“, so Restel. Operationsmethoden werden schließlich ständig weiterentwickelt. Im Trend liegen zurzeit offene Nasenoperationen mit der Schnittführung von außen
statt der bisherigen geschlossenen Methode. Auch die Stabilisierung des Nasenrückens mit Eigengewebe setzt sich gegen künstliche Füllstoffe zunehmend durch. Die DGÄPC rät Patienten, sich gründlich über die Qualifikationen, das Leistungsspektrum und die Erfahrung des behandelnden Chirurgen zu informieren.
„Bundestagsanhörung bisher ohne Konsequenzen“
Am 23. April versammelte der Deutsche Bundestag Abgeordnete und Sachverständige zur Anhörung „Missbräuche im Bereich der Schönheitsoperationen gezielt verhindern – Verbraucher umfassend schützen“. DGÄPC-Präsident Dr. Joachim Graf von Finckenstein war dazu als Sachverständiger für Ästhetisch-Plastische Chirurgie geladen. Grund der Anhörung war die Ausarbeitung eines Wegweisers für Patienten, mit dessen Hilfe sie qualifizierte Fachärzte für Ästhetisch-Plastische Eingriffe finden können. „Wir bedauern, dass die Bundestagsanhörung bisher ohne Konsequenzen bleibt“, kommentiert von Finckenstein gut sechs Monate
später. Als Fachverband sprach sich die DGÄPC zudem dafür aus, ein Gesetz zur fachspezifischen Versicherung für Chirurgen zu erlassen. Mit diesen neuen gesetzlichen Richtlinien werde das Ästhetisch-Plastische Tätigkeitsfeld von Ärzten ohne die entsprechende fachärztliche Ausbildung eingeschränkt. „Klare gesetzliche Vorgaben erhöhen den Schutz für Patienten“, so von Finckenstein weiter.
Pressekontakt:
Bianca SablowskyDGÄPC Pressestelle
030 / 88 71 02 - 27
bianca.sablowsky@dgaepc.de
