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Plastische Chirurginnen auf dem Vormarsch

Hamburg, 30. November 2007: Bisher ist nur etwa jeder fünfte Plastische Chirurg weiblich. Dr. Regina Maria Wagner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), prognostiziert jedoch einen merklichen Anstieg des Frauenanteils. Zunehmend werde erkannt, dass Frauen bestimmte Soft Skills mitbringen, die gerade im sensiblen Feld der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie gefragt seien.

„Die so genannte Schönheitschirurgie ist ein chirurgisches Feld, das besonders viel Einfühlungsvermögen erfordert“, weiß Dr. Regina Wagner. Hier gehe es nicht oder nicht nur darum, körperliche Funktionen zu verbessern. Auch müsse der Ästhetisch-Plastische Chirurg ein Operationsergebnis erzielen, das den oft sehr differenzierten ästhetischen Vorstellungen des Patienten entspricht. Wagner: „Für den Arzt bedeutet das, dass er sich sehr intensiv mit dem Patienten auseinandersetzen und auf ihn einlassen muss. Er muss Empathie zeigen – eine typisch weibliche Stärke.“

Eine Reihe von Studien belegt: Frauen im Arztberuf legen ein anderes Verhalten gegenüber Patienten an den Tag als ihre männlichen Kollegen. Sie stellen einen unmittelbareren Kontakt zu ihren Patienten her, wenden mehr Zeit auf für den einzelnen Patienten und berücksichtigen auch die psychosozialen Hintergründe stärker. Ärztinnen sprechen verstärkt Dinge an, die das persönliche Umfeld und die Befindlichkeiten des Patienten betreffen.

Wagner sieht Plastische Chirurginnen noch aus einem anderen Grund im Vorteil: „Frauen lassen sich lieber von Frauen behandeln. Wer in einem weiblichen Körper steckt, kann sich nun mal besser in Probleme mit dem weiblichen Körper hineinversetzen. Auch deshalb können wir Chirurginnen mehr Empathie zeigen.“ Umgekehrt zur Geschlechterverteilung bei den Plastischen Chirurgen verhält sich die Verteilung bei ihren Patienten: Vier von fünf Patienten sind weiblich.

Während der Anteil aller bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärztinnen inzwischen etwa 40 Prozent ausmacht, bleiben Frauen in den chirurgischen Fächern stark unterrepräsentiert: 2006 bezifferte die Bundesärztekammer den Frauenanteil in der Chirurgie mit gerade mal 15 Prozent. In der Plastischen Chirurgie sieht dies vergleichsweise besser aus: Etwa 21 Prozent der Fachärzte für Plastische beziehungsweise Plastische und Ästhetische Chirurgie waren 2006 gemäß Daten der Bundesärztekammer weiblich.

Frauen in der Medizin

Erst ab 1896 öffneten die deutschen Universitäten den Frauen ihre Hörsäle. 1906 promovierte mit Anna Maria Kannegiesser die erste Frau in Deutschland an der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Den Begriff „Ärztin“ gab es zu der Zeit noch gar nicht.

Seit 2002 überwiegen die weiblichen Studierenden im Fach der Humanmedizin. Nach Angaben der Bundesärztekammer betrug der Frauenanteil unter den Erstmeldungen bei den Ärztekammern 2006 schon rund 56 Prozent. Fachleute sprechen von einem Prozess der „Feminisierung“ der medizinischen Profession.

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Pressekontakt:

Bianca Sablowsky
DGÄPC Pressestelle
030 / 88 71 02 - 27
bianca.sablowsky@dgaepc.de