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Trends und Neues in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie
Berlin, 27. Juni 2006: Neue Verfahren und Materialien optimieren die Qualität Ästhetisch-Plastischer Eingriffe. Einen Überblick über aktuelle Neuerungen gibt die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Mitglieder der ersten Fachgesellschaft auf dem Gebiet Ästhetisch-Plastischer Chirurgie in Deutschland stellen neue und verbesserte Präparate und Operationsmethoden vor.
Neuigkeiten in punkto Füllmaterialien
Hyaluronsäure speziell für die Lippen
Während sich andere Füllmaterialien in der Mundpartie innerhalb von maximal sechs Monaten abbauen, zeigt ein neues, speziell für die Lippen entwickeltes Hyaluronsäurepräparat eine deutlich höhere Haltbarkeit. Dr. Regina M. Wagner, Schatzmeisterin der DGÄPC und Expertin für Faltenfiller und Lippenvergrößerung, beteiligt sich an einer Forschungsreihe zum neuen Füllstoff.
Herkömmliche Füllmaterialien bauen sich aufgrund der Bewegung der Lippen, die wie eine innere Massage wirkt, in der Mundpartie wesentlich schneller ab als in anderen Bereichen des Gesichts. Auch von einem normalen Hyaluronsäurepräparat bleibt nach etwa sechs Monaten nicht viel übrig. Viel länger hält der speziell für die Verwendung zur Lippenvergrößerung entwickelte Hyaluronsäurefiller den mechanischen Kräften stand und passt sich den natürlichen Bewegungen der Lippen an. Dr. Wagner: „Patienten stellen im Vergleich zu anderen Fillern ein weitaus geringeres Fremdgefühl fest. Seit November letzten Jahres wird das Präparat eingesetzt. Wir gehen von einer Haltbarkeit von mindestens neun Monaten aus.“
Für die Faltenunterspritzung steht Hyaluronsäure bereits seit einigen Jahren an erster Stelle. Als natürlicher Bestandteil des Hautgewebes konserviert die Säure den Feuchtigkeitsanteil der Haut. Im Gegensatz zur Verwendung von Kollagen erübrigen sich mit Hyaluronsäure Allergietests, denn das biotechnologisch hergestellte viskoelastische Gel enthält keine tierischen Eiweiße und somit keine Allergene. Mit feinen Nadeln unter die Haut gespritzt, lässt es sich sehr gut verteilen und formen.
Neuer Faltenfiller: Calciumhydroxylapatit
Bemerkenswert an dem neuen Faltenfiller auf Calciumbasis erscheint nicht nur seine lange Wirkdauer, sondern auch die Wirkweise: Partikel des Füllstoffes bilden ein Gerüst für körpereigene Zellen, so dass das Implantat letztlich zu großen Teilen aus eigenem Gewebe besteht. Dr. Regina M. Wagner, Schatzmeisterin der DGÄPC und Expertin für Faltenfüllmaterialien, verwendet den neuen Filler.
Hauptsächlich besteht das neue Präparat aus Calciumhydroxylapatit, einem im Körper (in Knochen und Zähnen) vorhandenen Stoff. Synthetisch hergestellt, erfordert der biokompatible Stoff keine Allergietestung. Zur Faltenkorrektur und zum Ausgleichen von Gewebedefekten wie etwa eingezogenen Narben eignet sich der neue Füllstoff. Während sich das Trägergel innerhalb weniger Monate auflöst, stimuliert Calciumhydroxylapatit die Bildung von körpereigenem Bindegewebe. „Bis zu zwei Jahren hält eine Korrektur mit dem neuen Präparat“, erklärt Dr. Wagner. „Besonders bei stark eingekerbten Falten bewirkt die sehr kompakte Mischung einen optimalen Glättungseffekt.“
Radiowellenchirurgie
Gerade in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie findet die auf Radiowellen basierende Schnitttechnologie immer größere Verbreitung. Vorteil: Die Technik schädigt die den Schnitt umgebenden Zellen weniger als herkömmliche Methoden mit dem Laser und schneidet genauer als das Skalpell. DGÄPC-Mitglied Dr. Hartmut Meyer gehört zu den wenigen Plastischen Chirurgen in Deutschland, die für eine präzise Schnittführung ausschließlich Radiowellen einsetzen.
Jeder Patient wünscht sich nach einer Operation möglichst unauffällige und schnell heilende Narben. Mit dem Skalpell erreicht der Chirurg zwar eine präzise Schnittkante, der Schnitt selbst gelingt aber mitunter nicht perfekt, da sich die Haut unter dem Messer verzieht. „Das Skalpell hat in vielen Bereichen nahezu vollständig ausgedient,“ erklärt Dr. Meyer. Präzise gelingt eine Schnittführung mittels Laser oder Radiowellenchirurgie. Nachteil des Lasers: Seine abstrahlende Hitze beschädigt das Gewebe an den Schnittkanten und bedingt so eine längere Wundheilung. Radiowellentechnik strahlt seitlich deutlich weniger Hitze ab. „Die Schnitte erreichen ein hohes Niveau, das dem Skalpellschnitt gleichkommt,“ so Dr. Meyer. „Wie ein Stift liegt die Elektrode in der Hand.“ Durch bloße Berührung der Haut an der jeweiligen Stelle schneidet der Chirurg mit hoher Präzision, ohne die Haut dabei zu spannen oder zu verziehen.
Axillärer Zugang bei der Brustvergrößerung
Mit dem Zugang über den Achselbereich bei der Brustvergrößerung erspart sich die Patientin sichtbare Narben unter der Brust oder um die Brustwarze. DGÄPC-Sekretär Dr. Hermann Solz wirkte maßgeblich an der Entwicklung innovativer Techniken in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie der Brust mit, insbesondere an der Weiterentwicklung und Standardisierung der axillären Brustvergrößerung.
Empfindungsstörungen in der Brustwarze treten mitunter nach einer kreisrunden Schnittführung um die Brustwarze auf. Ein Schnitt in der Brustumschlagfalte wiederum hinterlässt eine im Liegen sichtbare Narbe. Daher bringen Plastische Chirurgen Brustimplantate zunehmend axillär über einen minimalen Schnitt in der Achselhöhle ein. „Bei dieser gewebeschonenden Zugangsmöglichkeit mit versteckter Schnittführung in der Achsel entsteht keine stigmatisierende Narbe an der Brust,“ erklärt Dr. Solz. Er entwickelte für den axillären Operationszugang ein spezielles Instrumentarium. Solz: “Das Instrument ermöglicht eine schonende Operationstechnik mit nur geringen Blutungen während und nach dem Eingriff sowie einer schnellen Einheilungszeit.“
Wasserstrahlassistierte Fettabsaugung (WAL)
Auf dem Gebiet der Fettabsaugung ermöglicht die Methode der Gewebetrennung durch einen Hochdruck- Wasserstrahl ein schonenderes Vorgehen. In einem Arbeitsgang saugt das neuartige System Wasser und Fett ab, ohne dass der Plastische Chirurg das Gewebe wie bei der herkömmlichen Liposuktion zuvor mit fettzersetzender Flüssigkeit aufpumpt. DGÄPC- Mitglied Dr. Hartmut Meyer wirkte an der Entwicklung der wasserstrahlassistierten Liposuktion mit und behandelte bereits über 500 Patienten erfolgreich.
Seit Jahren setzt die Allgemeinchirurgie zur Gewebetrennung einen Hochdruckwasserstrahl ein. Eine Weiterentwicklung dieser Methode ermöglicht ihren Einsatz nun auch bei der Fettabsaugung. Hoher Wasserdruck löst die Fettzellen mit einem hauchdünnen Strahl aus dem Gewebe, gleichzeitig saugt das System Wasser und gelöstes Fett ab, so dass die eingebrachte Flüssigkeit nicht im Gewebe verbleibt. Dr. Meyer: „Diese Technik ermöglicht eine zuverlässige Einschätzung des Ergebnisses. Das hat den Vorteil, dass der Chirurg während des Eingriffs korrigierend eingreifen kann. Durch die präzisere Behandlung von Problemzonen verringert sich der Nachbehandlungsbedarf deutlich. Darüber hinaus ist diese Methode für die Patienten weniger belastend, weil keine größeren Flüssigkeitsmengen im Körper verbleiben.“
Thermage-Verfahren zur schonenden Hauterfrischung
Mithilfe des Thermage-Verfahrens strafft der Plastische Chirurg die Haut ganz ohne Skalpell oder Spritze. Aus den USA kommt diese auf Radiowellen basierende nicht-invasive Technologie. DGÄPC-Vorstandsmitglied Dr. Hans-Detlef Axmann gehört zu den ersten, die das Verfahren in Deutschland anwenden.
Bei der Thermage-Behandlung arbeitet der Plastische Chirurg mit einem Gerät, das bei Berührung mit der Haut Radiofrequenzenergie abgibt. Während ein Laser lediglich die oberen Hautschichten erreicht, dringen Hochfrequenzradiowellen in eine Tiefe von fünf Millimetern und erwärmen dort die für die Spannkraft zuständigen und mit zunehmendem Alter erschlafften Kollagenfasern. Durch die Erhitzung der tieferen Gewebeschichten zieht sich das Kollagen zusammen, die behandelten Hautareale straffen sich. Gleichzeitig kühlt das Gerät die oberen Hautschichten, die von der Behandlung unberührt bleiben. Trotz des sofort sichtbaren Verjüngungseffekts liegt der besondere Erfolg des Thermage-Verfahrens in seiner langfristigen Wirkung: Im Laufe von etwa sechs Monaten nach der Behandlung bilden die durch die Wärme angeregten tiefer liegenden Gewebeschichten neues Kollagen – die Haut strafft sich weiter und langanhaltender. „Ich bezeichne Thermage weniger als ein Verfahren zur Faltenbehandlung, sondern spreche dabei lieber von Hauterfrischung“, so Dr. Axmann. „Nur kleine Fältchen verschwinden mitunter vollständig. Tiefere Falten schwächt die Thermage-Behandlung lediglich ab.“ Im Gegensatz zur herkömmlichen Faltenbehandlung, der Botoxinjektion oder Unterspritzung mit gelförmigen Präparaten, bleibt mit Thermage aber die natürliche Mimik vollständig erhalten. Im behandelten Areal bekommt die Gesichtshaut ihre alte Spannkraft, wirkt jünger und frischer.
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Bianca SablowskyDGÄPC Pressestelle
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